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DJI Osmo Action 6 vs. Insta360 Ace Pro 2: Welche Action-Cam gewinnt?
Ein detaillierter Vergleich zweier Flaggschiff-Action-Cams mit innovativen Funktionen, starker Bildqualität und deutlichen Unterschieden bei Design, Akkulaufzeit und Zubehör.
Einleitung
DJI hat die Osmo Action 6 als neueste konventionelle Action-Cam veröffentlicht und führt zwei Funktionen ein, die in dieser Kategorie bisher nicht zu sehen waren: einen quadratischen Sensor und eine variable Blende. Um zu bestimmen, ob sie die beste verfügbare Action-Cam ist, untersucht dieser Vergleich, wie sie gegen die Insta360 Ace Pro 2 abschneidet, eine Kamera, die hohe Maßstäbe in dieser Kategorie gesetzt hat. Beide Kameras liefern eine starke Bildqualität und innovative Funktionen, glänzen jedoch in unterschiedlichen Bereichen.
Quadratischer Sensor und Custom-Modus
Die Action 6 verfügt über einen quadratischen 1/1,1-Zoll-Sensor, der größer ist als der 1/1,3-Zoll-Sensor der Ace Pro 2 im 4:3-Format. Ein größerer Sensor fängt in der Regel mehr Licht ein und liefert eine bessere Bildqualität, insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen. Das quadratische Format bringt jedoch einen Kompromiss mit sich: Standard-Videoaufnahmen nutzen 16:9- oder 9:16-Seitenverhältnisse, wodurch ein erheblicher Teil des Sensors bei normalen Aufnahmen ungenutzt bleibt. Berücksichtigt man die tatsächlich genutzte Sensorfläche bei Standardvideos, erfasst der kleinere Sensor der Ace Pro 2 in etwa das gleiche Sichtfeld wie die Action 6.

Der Custom-Modus der Action 6 ermöglicht Aufnahmen in einem echten quadratischen Format, das anschließend in der Postproduktion auf vertikale oder horizontale Bildausschnitte angepasst werden kann. Diese Funktion erweist sich als besonders wertvoll für Social-Media-Inhalte, und im Gegensatz zum FreeFrame-Video-Modus der Ace Pro 2 ist das quadratische Material bereits in der Kamera stabilisiert. Der Nachteil ist, dass der Custom-Modus die Aufnahme beschneidet, was das Sichtfeld im Vergleich zum Standardmodus verringert. Zudem erfordert jede Aufnahme im Custom-Modus eine Nachbearbeitung und einen Zuschnitt vor der Verwendung, was den Workflow weniger unmittelbar macht als bei herkömmlichen Aufnahmen.
Implementierung der variablen Blende
Die Action 6 führt eine einstellbare Blende von F2 bis F4 ein, im Vergleich zur festen F2,6-Blende der Ace Pro 2. Theoretisch bietet dies klare Vorteile: Eine größere Blende (F2) lässt bei Aufnahmen bei wenig Licht mehr Licht herein, während eine kleinere Blende (F4) eine nähere Fokussierung ermöglicht und bei punktförmigen Lichtquellen Sonnenstern-Effekte erzeugen kann. Ein Automatikmodus passt die Blende dynamisch an die Szenenbedingungen an.

In der Praxis bietet die variable Blende nur begrenzte Vorteile im Alltag. Die F2-Einstellung liefert keine spürbar bessere Leistung bei wenig Licht als die Ace Pro 2, teilweise weil der Vorteil des größeren Sensors durch das quadratische Format zunichte gemacht wird. Die F4-Blende ermöglicht zwar bessere Nahaufnahmen für B-Roll-Material, aber die Sonnenstern-Effekte sind subtil und selten wahrnehmbar. Wenn die Sonne das gesamte Bild ausfüllt, wirkt der Effekt eher ausgefranst als knackig. Trotz dieser Einschränkungen bleibt die variable Blende eine willkommene Innovation, die das Engagement von DJI zeigt, die Kategorie der Action-Cams voranzubringen.
Bildqualität und Farbwissenschaft
Beide Kameras liefern eine exzellente Bildqualität mit unterschiedlichen Charakteristika. Die Ace Pro 2 produziert etwas schärferes Material mit mehr sichtbaren Details, während die Action 6 einen weicheren, raffinierteren Look liefert. Der Unterschied ist gering und weitgehend eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Die Farbwiedergabe unterscheidet sich spürbar zwischen den beiden. Die Action 6 weist einen leichten grünlich-blauen Farbstich auf, während die Ace Pro 2 zu Magentatönen neigt, was wahrscheinlich durch die Beteiligung von Leica an der Entwicklung beeinflusst wurde. Einzeln betrachtet produzieren beide Kameras schöne, gut ausbalancierte Bilder; die Unterschiede werden erst im direkten Vergleich deutlich.
Die Ace Pro 2 nutzt Gesichtserkennung für die automatische Belichtung und liefert überlegene Ergebnisse in Gegenlichtsituationen, in denen Gesichter vorhanden sind. Die Action 6 stellt Gesichter unter diesen Bedingungen manchmal leicht unscharf dar, wobei der Grund dafür unklar bleibt. Umgekehrt produziert die Action 6 bei bewölktem Himmel gelegentlich helleres, besser belichtetes Material.
Beide Kameras bieten Porträtmodi für verbesserte Hauttöne und cineastische Farbprofile. Die Action 6 bietet eine 10-Bit-Farbtiefe für ihr LOG-Profil, was eine anspruchsvollere Farbkorrektur im Vergleich zum 8-Bit-LOG der Ace Pro 2 ermöglicht. Für die meisten Nutzer, die nur geringfügige Farbkorrekturen vornehmen, ist dieser Unterschied vernachlässigbar.
Die Leistung des Dynamikumfangs ist bei beiden vergleichbar. Die Ace Pro 2 wendet standardmäßig eine HDR-Verarbeitung an, die jedoch deaktiviert werden kann. Die Action 6 führt ebenfalls eine HDR-Verarbeitung durch, erlaubt es jedoch nicht, diese zu deaktivieren.
Die Action 6 hat kürzlich die Fähigkeit zur 8K-Aufnahme mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde erhalten, was dem bestehenden Feature der Ace Pro 2 entspricht. Die Implementierung der Action 6 ist überlegen: Die 8K-Aufnahme beschneidet das Bild nicht und beeinträchtigt die Stabilisierung nicht, wie es bei der Ace Pro 2 der Fall ist. 8K bringt jedoch erhebliche Nachteile mit sich: wesentlich größere Dateigrößen, reduzierter Dynamikumfang und geminderte Bildqualität. Die zusätzliche Auflösung bietet nur dann sinnvolle Vorteile, wenn das Material in der Postproduktion stark beschnitten wird.
Beide Kameras glänzen bei 4K 120fps Zeitlupenaufnahmen, was für Action-Cams essenziell ist. Bei dieser Bildrate verringert sich der Unterschied im Sichtfeld zwischen den beiden. Beide unterstützen auch 1080p bei 240fps, wobei die Bildqualität bei dieser Einstellung jedoch schlecht ist und nicht empfohlen wird.
Bei schlechten Lichtverhältnissen bieten der größere Sensor und die offenere Blende der Action 6 theoretische Vorteile, die sich in der Praxis nicht materialisieren. Keine der Kameras ist für extreme Low-Light-Szenarien konzipiert, dennoch liefern beide akzeptable Ergebnisse, wenn sie an ihre Grenzen gebracht werden. Die Ace Pro 2 behält eine etwas bessere Farbgenauigkeit und Lichterzeichnung bei, was sie bei sehr dunklen Bedingungen geringfügig überlegen macht, obwohl der Unterschied minimal ist.
Beide Kameras verfügen über eine exzellente Bildstabilisierung. Rocksteady Plus der Action 6 und die Stabilisierung der Ace Pro 2 bewältigen extreme Kamerawackler effektiv. Die Ace Pro 2 bietet möglicherweise eine etwas stärkere Stabilisierungserholung, aber dieser Unterschied ist im typischen Gebrauch nicht relevant.
Design, Akkulaufzeit und Zubehör
Die Ace Pro 2 ist spürbar dicker und 28 g schwerer als die Action 6, hauptsächlich aufgrund ihres hochklappbaren Displays. Dieses Display ist die größte Stärke der Ace Pro 2 in diesem Vergleich. Während die Action 6 ein kleineres Frontdisplay enthält, kann der hochklappbare Bildschirm der Ace Pro 2 um 90 Grad für Überkopfaufnahmen gedreht oder für Selbstaufnahmen komplett umgeklappt werden. Diese Fähigkeit erwies sich während des Tests als unschätzbar wertvoll und ist ein Feature, das die Action 6 nicht bieten kann.

Akkulaufzeit spricht deutlich für die Action 6. Bei 4K 30fps Aufnahmen erreichte die Action 6 2 Stunden und 27 Minuten kontinuierliche Aufnahmezeit, im Vergleich zu 1 Stunde und 42 Minuten bei der Ace Pro 2. Insta360 bietet einen Endurance-Modus zur Verlängerung der Akkulaufzeit an und verkauft ein Standard-Bundle mit einem zweiten Akku für zusätzliche 20 $. Keine der Kameras hat Überhitzungsprobleme und beide übertreffen problemlos eine Stunde 4K 60fps Aufnahme unter Bürobedingungen.
Die Audioqualität spricht für die Ace Pro 2, die einen Windschutz und ein überlegenes internes Mikrofon enthält. Ihr Sprachverbesserungsmodus reduziert Hintergrundgeräusche erheblich. Die Action 6 ist mit DJI-Mikrofonen wie dem Mic Mini oder Mic3 kompatibel, wobei die Audioqualität bei der Ace Pro 2 bei Verwendung dieser Zubehörteile schlechter ist. Für die Ace Pro 2 bietet das Mic Air eine bessere Audioqualität, ohne dass ein Empfänger erforderlich ist.
Die Action 6 enthält 50 GB internen Speicher, was das Mitführen von SD-Karten für Gelegenheitsaufnahmen überflüssig macht. Sie verfügt zudem über ein Barometer zur Messung der Höhe in den Bergen oder der Tiefe beim Tauchen. Die Ace Pro 2 bietet einen Free-Frame-Video-Modus, der eine Anpassung des Sichtfelds in der Postproduktion ermöglicht, sowie einen KI-Highlights-Assistenten, der automatisch besondere Momente in längeren Aufnahmen erkennt. Ein Unterwassermodus bei der Ace Pro 2 verbessert die Farbgenauigkeit unter der Oberfläche.
Die Verfügbarkeit von Zubehör spricht stark für die Ace Pro 2. Exklusives Zubehör umfasst ein cineastisches Objektiv für anamorphotische Aufnahmen, den XPlorer Grip Pro, der die Kamera in ein Point-and-Shoot-Gerät mit integriertem Akku verwandelt, einen mobilen Drucker mit Lederetui für Sofortfotos, eine Mini-Fernbedienung zur Platzierung an beliebigen Orten, eine Vorschaubedienung mit Live-Bildanzeige und die neue FOMO Power Neck Mount, eine Brusthalterung mit integriertem Akku. Der Action 6 fehlen vergleichbare Zubehöroptionen.
Beide Kameras verfügen über austauschbare Objektivabdeckungen und magnetische Halterungen, die mit Standard-Action-Cam-Zubehör kompatibel sind. Die Ace Pro 2 ist in Weiß erhältlich und bietet eine ästhetische Option, die für die Action 6 nicht verfügbar ist.
Preis und Wert
Die Action 6 beginnt bei 369 $, wobei die Verfügbarkeit in bestimmten Regionen variieren kann. Die Ace Pro 2 kostet normalerweise 400 $, ist aber derzeit für 309 $ in der Version mit einem Akku erhältlich. Mit einem exklusiven Angebot enthält das Ace Pro 2-Bundle das Mic Air (im Wert von 50 $) und eine Dupont-Tragetasche (im Wert von 30 $) ohne zusätzliche Kosten, wobei diese Aktion zeitlich begrenzt ist.
Fazit
Sowohl die DJI Osmo Action 6 als auch die Insta360 Ace Pro 2 stellen exzellente Optionen für Action-Cam-Nutzer dar, jede mit ihren eigenen Stärken. Die Action 6 punktet mit ihrem innovativen quadratischen Sensor, der längeren Akkulaufzeit und dem internen Speicher. Die Ace Pro 2 zeichnet sich durch ihr vielseitiges hochklappbares Display, das umfangreiche Zubehör-Ökosystem und die überlegene Audioqualität aus. Die Wahl hängt letztlich von den individuellen Prioritäten ab: Bevorzugen Sie die Action 6 für längere Aufnahmesessions und kreative Inhalte im quadratischen Format oder wählen Sie die Ace Pro 2 für Selbstaufnahmen und Zubehörflexibilität.
