Deutsch · Bikepacking
Komplettes Bikepacking-Setup für Wüstenrouten: Getestet auf dem Golden Jack Rabbit
Eine leichte, praktische Bikepacking-Konfiguration für Hardtail-Mountainbikes, getestet auf einer 130 km langen Wüstenroute mit Sand, Fels und ohne Wasserquellen.
Einführung
Bikepacking-Setups entwickeln sich mit jeder Reise weiter, und manche Experimente funktionieren besser als andere. Die Golden Jack Rabbit-Route in Südkalifornien bot das perfekte Testgelände für eine komplette Hardtail-Mountainbike-Konfiguration. Auf 130 Kilometern durch Sand und felsiges Gelände ohne Wasserquellen erforderte die Route eine sorgfältige Platzierung der Ausrüstung und zuverlässige Stauraumlösungen. Dieses Setup erwies sich als so effektiv, dass es als Grundlage für viele zukünftige Reisen dienen wird.
Das Fahrrad und das Rahmen-Setup
Die Basis bildet ein Ibis DV9 Hardtail mit 120mm Federgabel, eine praktische Wahl für gemischtes Gelände, bei dem die Performance auf Singletrails weniger wichtig ist als die Stabilität auf Sand und Fels. Die Rahmengeometrie und die Befestigungspunkte des Fahrrads bestimmten jede nachfolgende Entscheidung zur Unterbringung der Ausrüstung.

Das Hardtail-Format bedeutete, dass man sich vollständig auf externe Taschen und Gepäckträger verlassen musste, anstatt auf rahmenintegrierten Stauraum. Dieser Ansatz erforderte eine sorgfältige Gewichtsverteilung, um das Handling beizubehalten und zu verhindern, dass sich das Fahrrad bei technischen Abfahrten kopflastig anfühlt.
Front-Stauraum: Lenkertasche und Schlafsystem
Der vordere Bereich trägt das Schlafsystem und die Kameraausrüstung. Ein zusammengerollter Schlafsack, eine Isomatte und ein Biwaksack sind gebündelt und an einer Salsa Anything Cradle befestigt, die direkt an der Gabel montiert ist. Dadurch bleiben die schwersten Gegenstände tief und zentriert.
Eine Porcelain Rocket Lenkertasche sitzt vor der Halterung und enthält eine Drohne, Kameras und einen Akku. Diese Tasche hat sich über Jahre hinweg als zuverlässig erwiesen und lässt sich sicher befestigen, ohne dass Rahmenbohrungen erforderlich sind.
Das Lenker-Setup umfasst außerdem K-Creek Bar Ends, einen Fenix BC26R Scheinwerfer für Nachtfahrten, einen Garmin InReach Tracker für die Kommunikation in abgelegenen Gebieten und einen Coros Dura Fahrradcomputer für Navigation und Leistungsdaten.
Mittlerer Stauraum: Oberrohr- und Sitzrohrtaschen
Zwei Taschen zum Anschnallen nehmen Verpflegung und Kleinkram auf. Eine Revelate Designs Feed Bag und eine Revelate Designs Top Tube Bag werden beide ohne Schrauben am Rahmen befestigt, was sie ideal für Fahrräder ohne vorgebohrte Befestigungspunkte macht. Beide Taschen dienen während der Fahrt als Proviantlager.

Darunter befindet sich eine Tasche unbekannter Herkunft, die ich vor Jahren erworben habe und die zufällig der einzige Stauraum ist, der neben die Wasserflaschen passt. Sie enthält diverse Ausrüstungsgegenstände, Zeltstangen, zwei Flaschen, eine manuelle Pumpe als Notfallreserve und dient als Sammelbehälter für Dinge, die nirgendwo anders hineinpassen.
Pumpen- und Werkzeugaufbewahrung
Eine Rogue Panda Werkzeugtasche ist tief am Rahmen montiert und enthält das wichtigste Reparaturwerkzeug. Darüber verstaut eine Rogue Panda Gas Tank Tasche Werkzeuge, Kettenöl, Ersatz-Reifendichtmittel und eine Cycplus AS2 Pro elektrische Pumpe. Die elektrische Pumpe ist das primäre Werkzeug zum Aufpumpen; die manuelle Pumpe dient nur als Notfallreserve.

Dieser Ansatz mit zwei Pumpen gleicht Komfort mit Redundanz aus. Die elektrische Pumpe erledigt das routinemäßige Aufpumpen schnell, während die manuelle Pumpe sicherstellt, dass die Reifen auch bei einem leeren Akku aufgepumpt werden können.
Stauraum hinten und Beleuchtung
Ein Mica Rat Tail Gepäckträger ist hinten montiert, wodurch drei anschraubbare Flaschenhalter dort positioniert werden können, wo dies sonst unmöglich wäre. Diese clevere Nutzung des Freiraums an der Teleskopstütze erhöht die Wasserkapazität erheblich, ohne die Rahmengeometrie zu beeinträchtigen.
Die Revelate Designs Satteltasche wird am hinteren Gepäckträger befestigt und enthält eine Daunenjacke, trockene Kleidung zum Schlafen, zusätzliche Handschuhe und eine Regenjacke. Selbst in der Wüste bietet eine Regenschicht sowohl Wetterschutz als auch eine zusätzliche Isolationsoption, wenn die Temperaturen sinken.
Ein Rücklicht ist über ein Loch, das in eine vorhandene Halterung am Gepäckträger gebohrt wurde, hinten montiert und sorgt für Sichtbarkeit bei Abendfahrten und im Camp.

Schuhwerk und Reservekapazität
Bert Camp Schuhe vervollständigen das Setup. Obwohl sie keine typische Wahl für Bikepacking sind, erwiesen sich diese Schuhe sowohl beim Treten als auch beim Wandern als bequem, was sie ideal für gemischtes Gelände macht, in dem Laufpassagen unvermeidlich sind.
Zusätzlich zum Fahrrad trägt eine Pedal Cycling Weste (nicht mehr im Handel) 1,5 Liter Wasser und sechs Uncrustables Snacks. Eine faltbare 1-Liter-Flasche in einer Trikottasche bietet zusätzliche Notfallkapazität. Dieses Backup-System stellt ausreichend Wasser für die gesamte 130 km lange Route ohne Nachfüllmöglichkeiten sicher.
Fazit
Dieses Setup war erfolgreich, weil jede Komponente einen klaren Zweck erfüllt und logisch in das Gesamtsystem passt. Die Kombination aus rahmenmontierten Taschen, Gepäckträgern und externem Stauraum schafft eine leichte, ausgewogene Konfiguration, die Sand, Fels und ausgedehnte Selbstversorgung ohne unnötige Komplexität bewältigt. Für zukünftige Wüstenrouten und ähnliches Gelände wird diese Basis nur geringfügige Anpassungen erfordern.













