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Kago Bike Test: Ein 55 kg schweres Lastenrad für die Zukunft

Das Kago ist ein ambitioniertes E-Lastenrad mit Sicherheitsstandards aus der Automobilindustrie, 272 kg Zuladung und einem Preis, der seine Ambitionen widerspiegelt. Wir haben es voll beladen an einem steilen Hang getestet.

Kago Lastenrad mit Frontbox und integrierten Sicherheitsfunktionen vor neutralem Hintergrund

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Einleitung

Das Kago ist ein Lastenrad, das eine ungewöhnliche Wette auf die Zukunft der urbanen Mobilität darstellt. Entwickelt von Ergon, einem deutschen Unternehmen, das für ergonomische Fahrradprodukte bekannt ist, kombiniert es Sicherheitstechnik auf Automobilniveau mit elektrischer Unterstützung und einer Kapazität von 272 kg Zuladung. Mit einem Eigengewicht von 55 kg ohne Passagiere oder Fracht ist es eine massive Maschine, die für Familien konzipiert wurde, die darüber nachdenken, ein Zweitauto durch ein Fahrrad zu ersetzen. Wir haben einen Tag damit verbracht, seine Funktionen zu testen, einschließlich einer voll beladenen Abfahrt an einer steilen Einfahrt, um das Bremssystem zu bewerten.

Design und Sicherheitstechnik

Das auffälligste Merkmal des Kago ist die vorne montierte Transportbox, die sich grundlegend vom Heck-Design traditioneller Lastenräder wie dem Surly Big Dummy unterscheidet. Diese Platzierung vorne erfüllt mehrere Zwecke: Kollisionen zwischen Fahrzeugen und Fahrrädern passieren am häufigsten von hinten, daher sitzen Kinder vorne, wo sie besser sichtbar sind; der niedrige Schwerpunkt verbessert das Handling; und das Design macht einen Antriebsstrang im Ladebereich überflüssig.

Elternteil und Kind auf einem Lastenrad auf einem baumgesäumten städtischen Weg

Die Transportbox selbst besteht aus expandiertem Polypropylen-Schaum und wurde für Seiten- und Frontalaufpralle nach Automobilstandards crashgetestet. Die Außenseite ist komplett abgerundet und weist keine scharfen Kanten auf – ein Designmerkmal, das explizit für die Sicherheit von Fußgängern gewählt wurde. Die Form für diese Box kostete Berichten zufolge etwa eine Million Dollar. Das Lenksystem verwendet vier redundante Kabel anstelle von Riemen, was das Risiko eines katastrophalen Ausfalls reduziert.

Eine Federgabel an der Front absorbiert Stöße, und der kleine Vorderraddurchmesser trägt dazu bei, den Schwerpunkt niedrig zu halten. Der Scheinwerfer verfügt über Fern- und Abblendlicht, und ein Rücklicht ist in das Heck integriert. Ein eingebauter GPS-Tracker ist ebenfalls enthalten.

Laderaum und Sitzgelegenheiten

Der innere Laderaum ist wirklich geräumig. Bei hochgeklappten Sitzen gibt es etwa 10 cm mehr Bodenfläche, und die Seitenwände des Fachs sind hochgezogen, um die Passagiere zu schützen. Die Sitze lassen sich wie bei einer Pickup-Ladefläche hochklappen und geben den Blick auf Fünf-Punkt-Gurte und verstellbare Kopfstützen frei, die für Kinder unterschiedlichen Alters in der Höhe angepasst werden können.

Innenansicht der Lastenrad-Box mit verstellbaren Kopfstützen und Fünf-Punkt-Gurten

Das Verdeck verfügt über Fidlock-Schnallen an den Seiten, sodass es für einen leichteren Ein- und Ausstieg angehoben werden kann. Ein spezieller Griff hilft Erwachsenen, das Fahrrad auf den Ständer zu ziehen. Die Transportbox kann auf verschiedene Weise konfiguriert werden: als verschiebbare Ablage für Proviant oder Stauraum oder als große Einlage mit Griffen, die herausgenommen und mit in ein Geschäft genommen werden kann. Das Design ermöglicht es Kindern, das Fach selbst zu öffnen und zu verlassen, während das Fahrrad stabil auf seinem Ständer steht.

Antrieb und Gewicht

Das Kago verwendet einen Mittelmotor in Kombination mit einer Enviolo-Nabenschaltung und einem Riemenantrieb. Der Mittelmotor erkennt die Pedalkraft und reagiert proportional, was den Fahrer dazu zwingt, tatsächlich zu treten, anstatt die Unterstützung nur durch das Drehen der Pedale auszulösen. Dieser Ansatz ist sicherer und intuitiver als gasgriffbasierte Systeme. Der Riemenantrieb macht eine Kettenschmierung überflüssig und ist wartungsarm.

Mit Granitkies beladenes Lastenrad auf einer privaten Einfahrt

Mit 55 kg ohne Fracht oder Passagiere ist das Kago wahrscheinlich das schwerste Fahrzeug auf den meisten städtischen Radwegen. Die elektrische Unterstützung ist notwendig, um dieses Gewicht zu bewältigen, obwohl das Fahrrad auf 32 km/h begrenzt ist – eine bewusste Entscheidung, die den Fokus des Herstellers auf Sicherheit statt auf reine Geschwindigkeit widerspiegelt. Das Fahrrad ist so konzipiert, dass man damit vom Geschäft nach Hause fährt, anstatt es zu transportieren, da Größe und Gewicht den Transport in einem Fahrzeug erschweren.

Bremsleistung unter Last

Um das Bremssystem zu testen, haben wir die Transportbox mit etwa 272 kg Granitkies beladen und sind eine steile private Einfahrt mit 35 Prozent Gefälle hinuntergefahren. Das Fahrrad ist mit 203 mm hydraulischen Scheibenbremsen und Vier-Kolben-Bremssätteln am Hinterrad ausgestattet, vergleichbar mit denen an Downhill-Mountainbikes.

Lastenrad bei der Abfahrt an einem steilen Hang mit sichtbarem Bremsstaub

Während der Abfahrt funktionierten die Bremsen angemessen, zeigten jedoch Anzeichen von Belastung, wobei sich die Beläge durch Hitze verfärbten. Die Bremskraft reichte aus, um die Abfahrt zu kontrollieren, obwohl die Bremsbeläge danach abkühlen mussten. Dieser Test zeigt, dass das Bremssystem in der Lage ist, extreme Lasten zu bewältigen, auch wenn es nicht für wiederholte schwere Abfahrten ausgelegt ist.

Fazit

Das Kago ist ein ambitioniertes Lastenrad, das erhebliche Investitionen in Sicherheit, Komfort und Technik widerspiegelt. Mit einem Preis von 10.000 Dollar ist es teuer, aber die Kosten spiegeln die Crash-Tests auf Automobilniveau, die Berücksichtigung der Fußgängersicherheit und ein elektrisches Mittelmotorsystem wider. Derzeit nur in Europa erhältlich, stellt es eine Wette auf eine Zukunft dar, in der Lastenräder für städtische Familien Autos ersetzen. Ob diese Zukunft eintritt, hängt von Faktoren ab, die über das Design des Fahrrads hinausgehen, einschließlich Infrastruktur, Regulierung und kultureller Veränderungen bei den Transportpräferenzen. Für Familien in Märkten, in denen es verfügbar ist und die über das entsprechende Budget verfügen, bietet es echte Leistungsfähigkeit und durchdachte Technik.

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Weiterführende Literatur

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