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Nikon Z5 II im Test: Eine ernstzunehmende Vollformat-Einsteigerkamera
Die Nikon Z5 II bringt sinnvolle Upgrades in das Vollformat-Einsteigersegment, mit einem wettbewerbsfähigen AF-System, zwei Kartenslots und Raw-Video-Funktionen, die teurere Konkurrenten herausfordern.
Einführung
Die Nikon Z5 II erscheint in einem hart umkämpften Markt für Vollformat-Einsteigerkameras, in dem sich die Erwartungen gewandelt haben. Die ursprüngliche Z5 wirkte wie ein minimalistischer Kompromiss, doch dieses Nachfolgemodell bietet ein echtes Leistungsplus. Die Frage ist, ob sie ihre Position gegenüber Konkurrenten wie der Canon R8 und der Panasonic S9 rechtfertigt oder ob sie lediglich zum aktuellen Stand der Konkurrenz aufschließt.
Preis und Marktpositionierung
Die Nikon Z5 II hat eine unverbindliche Preisempfehlung von etwa 1.700 USD und platziert sich damit direkt im Vollformat-Einsteigersegment. Zum Vergleich: Die Canon R8 liegt bei 1.500 USD und die Panasonic S9 ebenfalls bei 1.500 USD. Die Sony A7C II, die als Sonys Einsteigeroption positioniert ist, kostet deutlich mehr und ist für preisbewusste Käufer weniger relevant.

Mit 1.700 USD ist die Z5 II nur 200 USD teurer als die R8, bietet jedoch Funktionen, die der Canon komplett fehlen: eine kamerainterne Bildstabilisierung und zwei Kartenslots. Die Panasonic S9 liegt preislich auf dem Niveau der R8, verzichtet jedoch auf einen Sucher und bietet einen schwächeren Autofokus für Fotos. Wenn man die unverbindlichen Preisempfehlungen statt der reduzierten Straßenpreise vergleicht, ist die Positionierung der Z5 II durchaus vertretbar. Ältere Kameras werden naturgemäß günstiger; die Z5 II wird im Laufe der Zeit denselben Weg gehen.
Autofokus und Serienbildleistung
Die Z5 II nutzt dasselbe Autofokus-System wie Nikons Flaggschiff-Kameras Z8 und Z9 und bietet eine 3D-Matrix-Fokussierung mit Motiverkennung. Dies ist ein bedeutender Vorteil gegenüber der Z6 II, der ein 3D-Tracking komplett fehlt. Für eine Einsteigerkamera ist diese AF-Leistung wirklich beeindruckend.
Bei der Serienbildleistung muss man die Spezifikationen von Nikon genau lesen. Die Kamera erreicht 9,5 Bilder pro Sekunde mit Raw-Dateien bei Verwendung des elektronischen ersten Verschlussvorhangs, fällt jedoch auf 7,8 fps bei vollmechanischem Verschluss ab. Die elektronischen Verschlussmodi erreichen 10 fps für mechanische Raw-Aufnahmen und 15 fps im lautlosen Modus, wobei letzterer den elektronischen Verschluss nutzt. Bei JPEG-Dateien schafft die Kamera 14 fps mit mechanischem Verschluss und 30 fps mit elektronischem Verschluss.

Für eine Vollformat-Einsteigerkamera sind 10 fps mit mechanischem Verschluss und Raw-Format wettbewerbsfähig und schneller als bei der Canon R8. Die R8 bietet zwar 40 fps mit elektronischem Verschluss und Raw, aber das ist ein völlig anderer Aufnahmemodus. Für die meisten Einsteiger sind 10 fps mit mechanischem Verschluss und Raw mehr als ausreichend für den Alltag.
Videofunktionen und zwei Kartenslots
Die Videoaufnahme ist typisch für dieses Segment: 4K bei 25p und 30p nutzt die volle Sensorbreite, während 4K bei 50p und 60p einen APS-C-Crop anwendet. Die Canon R8 nimmt 4K60 über die volle Sensorbreite auf, was ein Vorteil ist. Die Panasonic S9 bietet jedoch 6K-Aufnahmen, was für die meisten Anwender jedoch weniger praxisrelevant ist.
Das herausragende Videofeature der Z5 II ist der doppelte SD-Kartenslot, der die gleichzeitige Aufnahme auf zwei Karten ermöglicht. Diese Redundanz ist für professionelle Arbeiten und zur Sicherheit von unschätzbarem Wert. Noch wichtiger ist, dass die Z5 II wahrscheinlich die günstigste spiegellose Vollformatkamera ist, die Raw-Video intern auf zwei SD-Karten aufzeichnen kann – ein Feature, das normalerweise deutlich teurer wäre.

Allein der doppelte Kartenslot rechtfertigt den Preisaufschlag der Z5 II gegenüber Konkurrenten mit nur einem Slot. Für Hybrid-Fotografen, die sowohl Fotos als auch Videos benötigen, ist dies ein entscheidendes Unterscheidungsmerkmal.
Das Gesamtbild: Nikons Vollformat-Portfolio
Die ursprüngliche Z5 fühlte sich wie eine Notlösung an, ein Kompromiss, der kein spezielles Einsatzgebiet wirklich zufriedenstellend abdeckte. Die Z5 II ändert diese Gleichung. Auch wenn sie immer noch eine Einsteigerkamera ist und das Rad nicht neu erfindet, ist sie nun ein wirklich leistungsfähiges Hybrid-Werkzeug, das für viele Nutzer als einzige Kamera ausreichen könnte.

Nikons Vollformatsystem ist deutlich gereift. Das Portfolio bietet nun eine starke Einsteigeroption mit der Z5 II, überzeugende Mittelklasse-Modelle und Flaggschiff-Leistung an der Spitze. Diese Entwicklung gibt Käufern echte Auswahlmöglichkeiten in jeder Preisklasse, was vor wenigen Jahren noch nicht der Fall war.
Fazit
Die Z5 II ist eine wettbewerbsfähige Vollformat-Einsteigerkamera, die sich weder billig noch kompromissbehaftet anfühlt. Ihr Autofokus-System misst sich mit deutlich teureren Kameras, zwei Kartenslots sind in dieser Preisklasse selten und die Raw-Video-Funktion bietet professionelle Flexibilität. Im direkten Vergleich mit der R8 und S9 bietet sie echte Vorteile, die den Preis von 1.700 USD rechtfertigen. Für Fotografen, die den Einstieg in das spiegellose Vollformat wagen, ist die Z5 II eine ernsthafte Überlegung wert.
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